KfW-Gründungsmonitor 2026
Gründungstätigkeit in Deutschland: Trend zum Nebenerwerb verfestigt sich, junge Erwachsene prägen Gründerlandschaft
KfW-Gründungsmonitor 2026: Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
- Deutlicher Anstieg der Gründungstätigkeit: Im Jahr 2025 wurden deutschlandweit rund 690.000 Existenzgründungen verzeichnet – ein Plus von knapp 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- Nebenerwerbsgründungen dominieren: Der Zuwachs wird fast vollständig durch Gründungen im Nebenerwerb getragen. Mit 70 Prozent Anteil erreichen sie einen historischen Höchststand. Viele Gründerinnen und Gründer nutzen die Selbstständigkeit als zusätzliches wirtschaftliches Standbein.
- Junge Menschen treiben das Gründungsgeschehen: Bereits 40 Prozent aller Gründungen erfolgen durch unter 30-Jährige. Viele von ihnen gründen sogar direkt aus dem Studium heraus.
- Digitalisierung bleibt Wachstumstreiber: 44 Prozent aller Gründungen basieren auf digitalen Angeboten – so viele wie nie zuvor. Besonders stark vertreten sind digitale Geschäftsmodelle im Dienstleistungsbereich.
- Dienstleistungen dominieren: Rund 70 Prozent aller Gründungen entstehen im Dienstleistungssektor, insbesondere bei wirtschaftsnahen Dienstleistungen wie Beratung, IT oder Kreativwirtschaft.
- Bürokratie bleibt größtes Gründungshemmnis: Fast zwei Drittel der Gründerinnen und Gründer sehen bürokratische Anforderungen als zentrale Belastung. Im Durchschnitt entfallen über fünf Stunden pro Woche allein auf regulatorische und administrative Aufgaben.
- Unternehmensnachfolgen bleiben Herausforderung: Nur etwa 10 Prozent der Existenzgründungen erfolgen durch Unternehmensübernahmen. Die geringe Zahl an Nachfolgegründungen verschärft die bereits bestehende Nachfolgelücke im deutschen Mittelstand.
Einordnung für Mecklenburg-Vorpommern
Auch wenn der KfW-Gründungsmonitor keine regionalen Kennzahlen für Mecklenburg-Vorpommern ausweist, lassen sich daraus wichtige Rückschlüsse ziehen:
- Die starke Bedeutung von Nebenerwerbsgründungen eröffnet insbesondere in strukturschwächeren und ländlichen Regionen zusätzliche Chancen für unternehmerische Aktivitäten.
- Die bundesweit wachsende Bedeutung von Unternehmensnachfolgen unterstreicht die Relevanz der Nachfolgesicherung auch in Mecklenburg-Vorpommern.
- Die hohe Dynamik bei jungen und digitalen Gründungen zeigt Potenziale für Hochschulstandorte und innovative Geschäftsmodelle im Land auf.
- Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass Bürokratieabbau und verbesserte Finanzierungsbedingungen weiterhin zentrale Hebel zur Stärkung des Gründungsgeschehens bleiben.
Der komplette Bericht und weitere Details sind auf der Website der KfW einsehbar.